Was läuft am 1. Mai in Tübingen?

Die 1. Mai Demo in Tübingen wird wie jedes Jahr vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) organisiert. Hier findest du den Programmflyer als pdf.
Die wichtigsten Programmpunkte in aller Kürze:

10:30 Beginn der Demo am Europaplatz (Obf)
11:00 Kundgebung und Maifest auf dem Marktplatz

Es liegt an uns, die Interessen der Jugendlichen in Schulen, Unis und Betrieben am 1. Mai unüberhörbar und kämpferisch auf die Straße zu tragen. Darum:
Macht alle mit im Jugendblock!

Flyer in den Druck gegangen


Die Flyer für den Jugendblock sind heute in Druck gegangen. In den nächsten Tagen kann die Mobilisierung losgehen!

Hier gibts den Flyer als pdf Download: Jugendblock 1. Mai 2014

1. Mai 2014 // Vorläufiger Aufruf

Unsere Zukunft statt eure Profite! Mach mit beim Jugendblock am 1. Mai 2014!

Auch im Jahr 2014 bleibt alles wie gehabt: Wir – Auszubildende, SchülerInnen, StudentInnen und junge ArbeiterInnen – geraten immer häufiger aufs Abstellgleis. Schmalspurausbildung, Überstunden, Angst vor Arbeitslosigkeit und Hartz IV sowie überfüllte Klassenzimmer und Hörsäle gehören für uns Jugendliche bereits zum Alltag. Die Kosten für die eigene Ausbildung gehen in die Höhe, die Qualität sinkt jedoch in den Keller. Zugleich steigen auch die Kosten für grundlegende Dinge wie Wohnraum, öffentliche Verkehrsmittel oder Lebensmittel.

In den Betrieben müssen wir ständig um die Übernahme nach der Ausbildung bangen, während der Lohn uns kaum zum leben reicht. Oft werden wir als billige Arbeitskräfte missbraucht, müssen ständig Überstunden machen und werden für ausbildungsfremde Tätigkeiten eingesetzt. Immer wieder bekommen wir zu hören, „wer sich nur bemüht, der findet auch einen Ausbildungsplatz“ – so als wäre jedeR nur selbst dafür verantwortlich, falls er oder sie keinen Ausbildungsplatz bekommt. Tatsache ist aber: In Deutschland gibt es zu wenig Ausbildungsplätze. Im Berufsbildungsbericht der Bundesregierung ist nachzulesen, dass es in den vergangenen Jahren in Deutschland jährlich 800.000 Ausbildungssuchende gab, aber nur 500.000 Ausbildungsplätze zur Verfügung standen. Darum fordern wir:

Das Recht auf Ausbildung und ausreichende Vergütung für alle!
Unbefristete Übernahme im erlernten Beruf!

In den Schulen bekommen wir zu hören: „Wer sich anstrengt, aus dem wird auch etwas.“ Dabei wissen wir dass die Bildungschancen in Deutschland so stark vom Geldbeutel der Eltern abhängen wie in fast keinem anderen Land. Nicht alle Eltern können ihren Kindern die Unterstützung geben, die sie brauchen, um in der Schule weiterzukommen – und Nachhilfe ist teuer. Wir Jugendliche werden schon nach der Grundschule auf verschiedene Schultypen aufgeteilt, wobei für die meisten der weitere Lebensweg dadurch festgelegt wird. Und auch danach fallen diejenigen SchülerInnen, die bestimmte Anforderungen nicht erfüllen, gnadenlos durch das Raster. Hinzu kommt, dass die Klassen nach wie vor meistens viel zu groß, die LehrerInnen überlastet und Lehrmaterialien veraltet sind. Das G8-Turboabi sorgt dafür, dass wir vor lauter Lernstress kaum mehr Zeit für Freizeit und Freunde haben, und obendrein will die rot-grüne Landesregierung jetzt auch noch tausende Lehrerstellen streichen! Darum fordern wir:

Mehr Lehrer und kleinere Klassen!
Geld für Bildung statt für Banken, Kriege und Konzerne!

An den Unis und Fachhochschulen wird uns gesagt: „Die Kassen sind leer.“ In manchen Studiengängen, wie z.B. Zahnmedizin, sind die Kosten, die die Studierenden selbst übernehmen müssen, so hoch, dass nur diejenigen, die reiche Eltern haben, sich ein solches Studium leisten können. Etwa die Hälfte aller Studierenden muss sich mittlerweile mit einem Nebenjob über Wasser halten. In einigen – v.a. geisteswissenschaftlichen – Fächern wird massiv gespart, teilweise rieselt im Hörsaal schon der Putz von der Decke. Auf der anderen Seite wird viel Geld in ein paar bestimmte Fächer oder Projekte gepumpt, die den „Elite“-Status der Uni Tübingen begründen sollen. Die Unibibliothek platzt aus allen Nähten und im Prüfungsstress findet man kaum mehr einen Platz zum Lernen, die Mensen und Wohnheime sind nicht nur heruntergekommen, sondern schon lange viel zu klein! Darum fordern wir:

Ein elternunabhängiges BAföG, von dem man auch leben kann, und zwar für alle!
Mehr Plätze in Wohnheimen und Bibliotheken!

Egal ob in der Schule, im Betrieb oder an der Uni: überall merken wir, dass unsere Interessen kaum eine Rolle spielen. Während die Banken und Konzerne riesige Profite einfahren, wird bei uns gespart. Für mehr LehrerInnen und gezielte Förderung in der Schule oder bessere Studienbedingungen ist angeblich kein Geld da. Ausbildungsplätze sind viel zu knapp und die Löhne so niedrig, dass immer mehr junge Menschen davon nicht leben können. All dies nützt nur der privaten Wirtschaft, denn die braucht keine umfassend gebildeten, selbst denkenden Menschen, sondern möglichst billige Arbeitskräfte. An Löhnen, Bildung und Ausbildung wird ständig gespart, damit die Banken und Konzerne weiter Rekordprofite machen können.

Uns reicht’s! am 1. Mai 2014, gehen wir auf die Straße und rufen: Unsere Zukunft statt eure Profite! Heute machen wir deutlich, dass wir uns nicht länger mit leeren Versprechungen oder Ausreden abspeisen lassen. Denn eines ist klar: Ausbildung, Schule und Studium, worin wir wirklich umfassend gebildet werden, wird uns nicht geschenkt. Wenn wir uns nicht aktiv wehren, werden wir in Zukunft unter einer noch schlechteren Ausbildung, noch niedrigeren Löhnen, noch längeren Arbeitszeiten leiden. Doch alleine kämpft es sich nur halb so gut wie gemeinsam. Am 1. Mai wollen wir – Azubis, SchülerInnen, StudentInnen und junge ArbeiterInnen – deshalb zeigen, dass wir bereit sind gemeinsam, solidarisch und lautstark für unsere Interessen zu kämpfen!

Raus zum 1. Mai!
Rein in den Jugendblock!